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Haben Kryptowährungen eine Zukunft?

Richard Branson zu Botcoin

Ein Gastkommentar von Gian-Carlo Collenberg, CEO, Gira Financial Group AG:

„Kennen Sie jemand, der eine Kryptowährung als Zahlungsmittel nutzt? Die Antwort dürfte wahrscheinlich nein lauten – obwohl es schon viele Kryptowährungen gibt und das Thema der digitalen Zahlungsmittel sehr viel Interesse auf sich zieht. Das Problem ist, dass sie noch zu wenig verstanden werden und ihre Anwendungsmöglichkeiten in vielen Fällen noch beschränkt sind. Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, die auf Basis moderner Verschlüsselungstechniken sichere und fast kostenlose Transaktionen gewährleisten sollen. Im Gegensatz zu von Zentralbanken geschaffenem Geld können Kryptowährungen auch von privaten Marktteilnehmern erzeugt werden und existieren ausschliesslich als digitaler Code. Auch in der Schweiz dürfen digitale Währungen von Privaten ausgegeben werden, sofern die geltenden Vorschriften des Bankengesetzes und die Regeln zur Bekämpfung der Geldwäscherei eingehalten werden.

Das wichtigste Gut einer Währung ist Vertrauen, das gilt auch für Kryptowährungen. Viele traditionelle Währungen haben im Umfeld der Liquiditätsschwemme der Notenbanken in den letzten Jahren jedoch einen Vertrauensverlust hinnehmen müssen. Eine solide programmierte Kryptowährung kann deshalb eine attraktive Alternative zum Papiergeld von Notenbanken sein. Durch eine extrem komplexe Verschlüsselungstechnik, also Kryptographie, kann die Sicherheit der digitalen Währungen gewährleistet werden. Besonders wichtige Vorteile von Kryptowährungen sind die nachvollziehbare Blockchain und dass Zahlungsvorgänge und Transaktionen fast kostenfrei und ohne das Zwischenschalten von Instituten wie Banken durchgeführt werden können.

Alle digitalen Transaktionen finden also direkt und ausschliesslich zwischen dem Käufer und dem Verkäufer statt. Möglich macht das die Blockchain-Technologie. Dabei wird jede Transaktion automatisch in einem gesicherten Datenblock mit einem Zeitstempel gespeichert und mit einem Link zum vorhergehenden Block versehen. Mit diesem Verfahren können alle Zahlungsströme auf einfache Art und Weise verfolgt werden.

Doch damit sich eine solche Währung auch als Zahlungsmittel etablieren kann und nicht ein kryptisches Spekulationsobjekt bleibt, muss sie für den Kauf und Verkauf von realen Gütern und Dienstleistungen verwendet werden können. Konkret bedeutet das, dass die digitale Währung von einem genügend grossen Netzwerk von Mitgliedern, Handelspartnern und Käufern akzeptiert und genutzt werden muss. Zudem muss sie allfällige Nutzer davon überzeugen, sicher und nicht manipulierbar zu sein – eine Herausforderung, mit der jüngst auch wieder Bitcoin, die bekannteste Kryptowährung, wegen Hackerangriffen zu kämpfen hatte. Die Schweizer Digitalwährung Giracoin zum Beispiel baut auf der Technologie von Bitcoin auf, geht aber einen wichtigen Schritt weiter: durch das geschlossene Mining (Erzeugung) ist die Währung sehr sicher gegenüber Angriffen von aussen.

Digitale Währungen werden die traditionellen, von den Notenbanken ausgegebenen Währungen nicht ersetzen können. Denn sie erfüllen die Hauptfunktionen von Geld – Tauschmittel, Wertmassstab und Wertaufbewahrungsmittel – nur beschränkt. Aber sie können in einem Händlernetzwerk eine wichtige Rolle spielen und als digitale Komplementärwährung eine interessante Ergänzung zu Papiergeld sein. Anwendungsgebiete finden sich bereits in Tourismus und Hotellerie im In- und Ausland, aber auch in Industrie und Handel. Mehr und mehr können digitale Währungen auch vom Trend hin zu Bezahlverfahren über Smartphones profitieren. Mittels Applikationen wie Wallet App kann der Käufer auch im Detailhandel vor Ort schnell und sicher bezahlen, wobei für Transaktionen, die beispielsweise in Giracoin ausgeführt werden, nur eine Transaktionsgebühr von 0,0075% anfällt.

Es ist offen, welche der digitalen Währungen sich langfristig behaupten wird. Sicher ist jedoch, dass nur eine Kryptowährung am Markt erfolgreich sein wird, die einfach erworben und getauscht werden kann, vielfältig einsetzbar ist und in punkto Sicherheit überzeugt.“

 

Quelle: www.e-fundresearch.com, Gastbeitrag von Gian-Carlo Collenberg (CEO des Schweizer Fintech-Unternehmens Gira Financial Group AG), 11. Juli 2017

One thought on “Haben Kryptowährungen eine Zukunft?

  1. Ich und einige in meinem beruflich-/sozialen Umfeld nutzen Kryptowährungen seit einigen Monaten zum Bezahlen von Dienstleistungen und Produkten. Allerdings sind die Akzeptanzstellen – im Gegensatz zu einigen asiatischen Ländern wie etwa China – nicht nur in Deutschland noch relativ selten. Das ist neben der derzeitigen Rechtsunsicherheit unserer Regierung im Umgang mit Krypto-Währungen, m.E. auch mit einer der Gründe warum Kryptowährungen noch nicht im Bewußtsein der Durchschnittsbürger, bzw. in deren Alltag angekommen ist. Hier müssen Unternehmer , insbesondere KMUs präventiv Eigeninitiative ergreifen. So haben wir in der Anwaltskanzlei der FENDERL Rechtsanwälte, Aschaffenburg eine Akzeptanzstelle eingerichtet und akzeptieren Bitcoin als Zahlungsmittel. Übrigens (und das wissen viele nicht, man kann auch bei jeder VISA-CARD- Akzeptanzstelle in Deutschland und weltweit mit Bitcoin bezahlen. Eine Kooperation zwischen XAPO und VISA macht es möglich, Ähnliches wird derzeit von Mastercard initiiert und der Worldmarket-Influencer AMAZON hat bereits im April eine Kooperation mit dem Leipziger Unternehmen BitCard bekanntgegeben, akzeptiert darüber Krypto-Zahlungen und bietet zudem bei diesen Produktkäufen bis zu 20% (!) Rabatt als Nutzungsanreiz .
    Aber das eigentliche Problem ist ein ganz profanes: ES FEHLT DIE EINFACHHEIT DER NUTZUNG VON DIGITALEN WÄHRUNGEN !
    Dies hat das der Blockchain Unternehmer Robin Linus erkannt und mit seinem Startup Nimiq.com die Weltweit erste Browser-basierende Blockchain Anwendung entwickelt, die bereits als Betanet im Internet von jedermann zum sogenannten MINEN genutzt werden kann: https://nimiq.com/betanet – ohne Registrierung, ohne Anmeldung und ohne Installation von Software. Internet-Adresse aufrufen und nutzen – so einfach wie Naseputzen;-)
    Ob Kryptowährungen eine Zukunft haben ? Mit SIMPLICITY Lösungsansätzen wie von Nimiq SICHER!

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