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Der Siegesmarsch der Kryptowährungen - FinTech
Nur ein Hype? Der Siegesmarsch der Kryptowährungen

Das sind die fünf wichtigsten FinTech-Trends 2018

Fintech ist längst keine Nische mehr, sondern eine extrem schnell wachsende Industrie. Viele neue Unternehmen sind durch sie entstanden und begeistern nun Finanzexperten und sogar die breite Öffentlichkeit.
Kaum eine Branche hat sich im letzten Jahr so rasant entwickelt wie die Fintech-Industrie. Damit Sie den Überblick behalten,  lesen Sie hier, welche fünf Fintech-Trends 2018 am wichtigsten sind.

 1. Nur ein Hype? Der Siegesmarsch der Kryptowährungen

Im zweiten Halbjahr 2017 ist bei Vielen das Spam-Postfach fast übergelaufen. Schuld daran waren Nachrichten wie: „Schließen Sie jetzt ein Krypto-Konto ab“, „Neues Leben: Investieren Sie mit Ethereum“. Noch vor einem Jahr hätten die meisten Menschen darunter nichts verstanden. Heute möchte jeder in Kryptowährungen investieren. So mancher Finanzexperte ärgert sich: Zu früh verkauft! Niemand konnte ernsthaft vorhersehen, dass der Bitcoin und viele andere Kryptowährungen derart durch die Decke gehen würden.

Auch 2018 wird die Blockchain-Technologie ein prominentes Thema sein. Nicht nur wegen der Kryptowährungen. Ein neuer Hype im Blockchain-Universum sind ICOs (Inital Coin Offerings). Sie stellen eine neue Form der Start-up-Finanzierung dar und werden ebenfalls über die Blockchain abgewickelt. Mit ICOs konnte 2017 schon viel Geld eingesammelt werden – teilweise mehr als über die klassischen Venture Capitals (VCs).

2. Riesen-Merger und viel Investorengeld: Der Fintech-Markt konsolidiert sich

2018 wird die Fintech-Industrie endgültig erwachsen, siehe die großen Finanzierungsrunden und Merger des letzten Jahres: Der britische Payment-Anbieter Worldpay wurde für unfassbare zehn Milliarden Dollar vom amerikanischen Zahlungsspezialisten Vantiv gekauft. Auch in Deutschland wurde viel Geld verteilt: Das Portal „finanzcheck.de“ bekam 46 Millionen Dollar, die Online-Bank N26 40 Millionen Dollar, der Payment-Ökosystem-Entwickler Aevi 34 Millionen Dollar.
Damit war Deutschland nach den USA das Land, in dem 2017 weltweit das meiste Geld in Payment-Unternehmen investiert wurde.

3. Regulierung der Fintech-Branche: Neue Gesetze bringen mehr Innovation und Kundennutzen

Die Zeit der Experimente in der Fintech-Branche ist vorbei. Das hat auch den Gesetzgeber auf den Plan gerufen: 2018 treten bei uns zwei wichtige Richtlinien in Kraft, die Payment Service Directive 2 und die EU-Datenschutzgrundverordnung. Damit sollen Bezahlvorgänge und der Datenaustausch im E-Commerce besser geschützt werden.

Neue Gesetze sind gut: Eine sinnvolle Regulierung macht die Fintech-Industrie stärker und weckt Vertrauen beim Endkunden. Denn egal, von welchem Fintech-Segment wir sprechen: Es geht immer um unser Geld. Wo also sind Sicherheit und Gesetzgebung angesagt, wenn nicht hier? Durch die Regulierung werden einige Unternehmungen verschwinden, die keine Lizenz oder keine wirkliche Berechtigung hatten, und übrig bleiben werden nur die, die alle rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllen und ihren Kunden einen echten Mehrwert bieten. (Bemerkung: Gira Financial Group AG / Finma)

4. Daten (richtig) nutzen: 2018 wird das Jahr der intelligenten Datenanalyse

Die Begriffe künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen wurden in den letzten Jahren überstrapaziert und haben sich abgenutzt, bevor sie überhaupt relevant wurden. Schade, denn zumindest in der Fintech-Branche wird 2018 das große Jahr der intelligenten Datenanalyse.

In den Bereichen Compliance und Risiko wird KI von einigen Banken schon sehr erfolgreich eingesetzt. Wo sich bisher noch unzählige Mitarbeiter abmühen, kann KI in Echtzeit und über alle Geschäftsbereiche hinweg komplexe Regeln entwickeln und anwenden. Durch künstliche Intelligenz können entlang der kompletten Wertschöpfungskette einer Bank neue und bessere Dienste entstehen.

5. Gar nicht mehr schlafend: die Riesen aus China

Konsolidierung, Regulierung, Zusammenarbeit von Banken und Start-ups, künstliche Intelligenz …
Wenn die europäische Fintech-Branche in Zukunft noch ein Wörtchen mitreden will, ist bei diesen Entwicklungen Eile geboten. Viele Branchenplayer in Deutschland und Europa haben das Treiben in den USA, wo Google, Facebook und Amazon gerade an eigenen Finanz-Ökosystemen basteln, noch einigermaßen im Blick, ignorieren aber die Konkurrenz aus Asien.

Das könnte gefährlich werden. Denn in China entwickeln sich die eigentlich branchenfremden Unternehmen WeChat und Alibaba zu globalen Fintech-Giganten. Kurz zur Erinnerung: Am diesjährigen chinesischen Singles Day hat Alibabas Finanzsparte Alipay 1,5 Milliarden Transaktionen abgewickelt.
Das entspricht ungefähr der Anzahl an Transaktionen, die PayPal in einem Quartal verzeichnet.

 

Quelle: BILANZ, Stand: 22.01.2018 von Miriam Wohlfarth
Die Autorin ist Geschäftsführerin des Zahlungsanbieters Ratepay und BILANZ-Kolumnistin.
gekürzt/ergänzt/redigiert von Gerhard H. Schmutz

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